Krieg zum Wohl des Staates

Krieg zum Wohl des Staates von Werner L. Ende

Ob bewusst oder unbewusst geht der Bürger demokratischer Staaten von besonderen, elitären Eigenschaften der von ihm gewählten Politiker aus.

Schaltet er zumindest vorübergehend seinen kritischen Verstand ein, wird ihm vielleicht klar – vielleicht nur deshalb weil er und mehr als vier Generationen seiner Vorfahren Opfer einer Gehirnwäsche wurden – dass diese „Volksvertreter“ Menschen aus Fleisch und Blut sind und keineswegs Heilige oder Übermenschen sind.

Hat unser Bürger es bis zu dieser Erkenntnis geschafft, wird er wiederum (nur vielleicht) feststellen, dass diese angeblichen Vertreter der Allgemeininteressen eine Negativauslese darstellen.

Der Kandidat, gleichgültig ob mit oder ohne Parteibuch – braucht die Stimmen von Wählern.
Da nun jeder Mensch, auch ein Wähler, Wünsche und Bedürfnisse hat und er für sein Kreuz auf dem Stimmzettel eine Gegenleistung erwartet, muss jeder Politiker etwas bieten.

Dem „Demokratisch Aufgeklärten, dem Idealisten“ bietet er seinen besonderen Einsatz für die Nation, die Wohlfahrt des Volkes und die Interessen aller an. Der Masse – seit den Tagen Otto von Bismarcks – an wohltätige Geschenke des Staates gewöhnt – verspricht er einen kostenlosen Gesundheitsdienst, Steuermässigungen, den grosszügigen Ausbau öffentlicher Einrichtungen, wie von Schulen, Kindergärten und Strassen, den besten Schutz vor inneren und äusseren Feinden, Rechtsicherheit, kurzum alles was gut und teuer – für ihn den Politiker – aber umsonst ist.

Die Erkenntnis, dass Staatsdiener keine Steuern zahlen, bedarf einer Aktivierung weiterer Stirnhirn-Schaltkreise, und diese sind beim Massenmenschen vollständig blockiert.

Er ist mit Sicherheit nicht aufgeklärt, weder ist er es im Sinne Immanuel Kants noch bedient er sich der göttlichen Gabe – so die Vorstellung des Thomas von Aquin vom menschlichen Verstand.
Menschen, die sich selbst zum Politiker ernannt haben, wissen instinktiv was die Leute wollen. Reichlich mit Machtintelligenz ausgestattet und einer feinen Nase für die Schwächen ihr Wähler wie Neid, Missgunst und Gier wissen Sie hervorragend zu manipulieren.
Fach- geschweige denn Universalwissen ist bei diesen unseren Vertretern nicht gefragt.

Bei diesem Geschäft ist nichts schädlicher als Aufklärung, als der Appell an die Vernunft von Individuen.

Dem Politiker ist bewusst, dass er genügend „Masse“ braucht um an die Macht zu kommen.
Hat er die angestrebte Position in der Staatshierarchie erreicht, weiss er sich sicher vor allen Forderungen seiner Wähler, zumindest zwischen zwei Wahlperioden.

Der naive Wähler und dazu gehörten bedauerlicherweise auch kluge Köpfe wie Karl Raimund Popper und Friedrich August von Hayek tröstete und tröstet sich damit, dass er die Schlechten, die Politiker, die ihn betrogen und belogen haben, beim nächsten Urnengang abwählen und an ihre Stelle die Besseren wählen kann.

Bis zum heutigen Tage ist dem Wähler die historischen Erkenntnis weitgehend verschlossen geblieben, dass der moderne demokratische Parteienstaat seit seinem Bestehen(!) – dies hat Albert Nock am Beispiel der USA verdeutlicht – von einer Macht- und Geldelite und deren Parteien und Pressuregroups getragen wird, die sich einig sind im Machterwerb und Machterhalt.
>Anmerkung:

Anthony Sutton, C. Lewis, Murray N. Rothbard u.a.
haben den Aufstieg, und den zunehmenden Einfluß dieser Powerelite in
den USA eingehend untersucht und aufgezeigt. Diese Machtelite
und Plutokratie hat die als Republik gegründeten Vereinigten
Staaten von Amerika zum Demokratischen Zentralstaat und heute
zur Faschistischen, National-Sozialistischen Diktatur unter
einem Präsidenten gemacht, der ungehindert und ungestraft Tod
und Verderben über seine Landleute und weltweit über Menschen
bringen kann, die in Vasallenstaaten der USA und Ländern und
ausserhalb Rußlands und Chinas leben.

Ein starker Staat und ein unfreier, entmündigter Staatsbürger sind ausnahmslos allen Politikern Ziel, Wunsch und Hoffnung.
Daran ändern auch die unzähligen Lippenbekenntnisse liberaler Politiker nichts.
Diese vielen sog. Gebildeten fehlende konsequente Anwendung des kritischen Verstandes und die mangelnde Kenntnis des Phänomens Macht sowie ein Rest Kollektivdenken auch bei den genannten, bedeutenden Philosophen „gibt auch noch dem Letzten Halt“ in einer Welt der Täuschungen weiterzuleben.
H.L. Mencken und sein Freund Albert Nock gehörten in den USA der 20er bis 40er Jahre Zu den bedeutendsten und gefürchtetsten Gesellschafts-kritikern ihrer Zeit.
Mencken beschreibt in seinen „Notes on Democracy“ das Wechselspiel zwischen dem Mob, der den Politiker fördert, der seine üblen Wünsche am besten befriedigt und den Abgeordneten, Senatoren und sonstigen Volksvertretern, die über den richtigen Instinkt verfügen, die wissen wie der Mob in Stimmung zu bringen ist, wie Minderheiten Mehrheiten umgehen und täuschen können und die die unsinnigsten und schlechtesten Forderungen ihrer Wähler zum Gesetz machen.
Murray N. Rothbard ein grosser Verehrer von Mencken formulierte prägnant den Charakter dieses angeblich abstrakten Wesens, das wir Staat nennen, der getragen wird von korrupten Politikern, einer Heerschar von willfährigen Beamten, den Massenmedien, gesteuert von einer skrupellosen Machtelite und Plutokratie, staatlich lizensierten und bezahlten Wissenschaftlern und Akademikern.
Rothbard schrieb:

„Der Staat besteht aus einer Gruppe von Leuten, denen es gelang ein virtuelles Gewaltmonopol auf einem definierten Territorium zu errichten. Er hat insbesondere ein aggressives Gewaltmonopol erworben, denn Staaten erkennen das Recht von Individuen auf Selbstverteidigung nicht an (allerdings gilt dies nicht gegenüber Staaten) . Der Staat benutzt dieses Monopol und hält so die Bürger in Abhängigkeit von unverzichtbaren Leistungen, indem er Kontrolle über lebensnotwendige Kommandozentralen behält und in der Öffentlichkeit den Mythos von der Unverzichtbarkeit des Staat bei der Versorgung mit diesen Waren und Dienstleistungen verbreitet. So sorgt der Staat dafür, dass Polizei und Justiz, Verkehrsverbindungen, die Versorgung mit Geld, und das Postwesen in seinen Händen bleibt und Erziehung, öffentliche Einrichtungen, das Transportwesen, sowie Radio und Fernsehen von ihm monopolisiert werden.“

Auf der Grundlage dieser Monopole – entscheidend ist erstens das Geldmonopol, das es ihm erlaubt mit Papiergeld nahezu unbegrenzt Waffen zu produzieren und zu erwerben und zweitens unkontrolliert – über dem Staat ist keine Kontrollinstanz, auch die scheinbar unabhängige Justiz ist Teil des Staates – Waffen gegen innere und äussere Feinde einzusetzen. Der Staat und nicht das Volk definiert seine Gegner.
Warum sollte der Staat in den Krieg ziehen? Ist der Krieg nicht der gewaltigste Zerstörer, das alles vernichtende Ungeheuer, das schliesslich ihn selbst verschlingt?

Der moderne Krieg, der seit dem Napoleonischen Zeitalter die Welt entflammt, machte es möglich den Nationalgeist zu beflügeln und die Massen im kollektiven „Wir-Gefühl“ mit dem Staat zu verschmelzen. Die „IntellektuellenVerräter“, euphemistisch Idealisten genannt, sind am Ziel.
Am Ziel ist im Krieg auch der Staat, dem es jetzt möglich ist, fast widerstandslos die freie Wirtschaft zu unterwerfen und den Markt durch eine Zentralverwaltung zu ersetzen.
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Literaturstellen (urls) zu den genannten Autoren und Zitaten können beim Autor unter werner.ende@stay-free.org angefordert werden.

Individuum und Freiheit – Selbstverwaltung statt Staat.

Individuum und Freiheit – Selbstverwaltung statt Staat.

Eine Gesellschaft und es gibt nur eine Gesellschaft, nämlich die Vereinigung von Menschen die Handeln, kann nur entstehen und bestehen wenn es menschliche Individuen gibt!

Der Umkehrschluss, daß es nur Menschen gibt weil es eine Gesellschaft gibt wäre nur dann erlaubt, wenn man nachweisen könnte, daß die Gesellschaft ein Wesen ist, ein Organismus der Leben schafft, eine „Übermutter“ die Menschen gebärt oder etwas Göttliches ist, das erschafft, so wie Gott die Welt erschuf.

Es muß uns nicht erschüttern, daß die „Sozialwissenschaften“ auch über 150 Jahre nach dem Tod ihrer Erfinder Saint-Simon, Compte und Marx und ihrer geistigen Verwandten im 19.ten Jahrhundert ihre eher furchtbaren als fruchtbaren Gedanken „erfolgreich“ auf dem gesamten Globus verbreiten konnten und die Praxeologie eher ein Nischendasein führt.
Trotz der ungeheuren Dominanz „Sozialwissenschaftlichen Theorien“ und des Sozialismus in der Politik rings um den Globus ist es den Vertretern des Etatismus weder praktisch noch theoretisch gelungen nachzuweisen, daß es den Staat oder andere Organisationsformen der Gesellschaft wie Reiche, Herrschaft von Stammesführern, Häuptlingen, Königen, Parteien und Kollektiven geben muß, um dem Einzelnen körperliche Integrität, Schutz seines Eigentums und Freies Handeln zu ermöglichen.

Theoretisch und praktisch ist es unmöglich nachzuweisen, daß der Andere besser weiß, was ich brauche, was ich wünsche, wonach ich strebe, was mich in meinem Inneren bewegt.

„Er weiß was für mich gut oder besser ist“, und damit „hat er Recht“. Dies ist aber sein Recht, seine Gewalt die er über mich ausüben will oder tatsächlich ausübt, denn Recht haben und es auch durchsetzen – siehe auch Max Stirner – heißt immer Gewalt ausüben.
Ich setze mein Recht durch, ich verfüge über meinen Körper und über all das, was ich durch meine Arbeit erwerbe,